Leseförderung mit über 50 Ideen – nutze die Möglichkeiten

Leseförderung mit über 50 Ideen – nutze die Möglichkeiten

Das oberste Ziel der Leseförderung ist es, Kinder, Schüler, Jugendliche dazu zu bringen, sich dem Lesen mit Freude zu widmen.

Das Lesen soll ihnen so viel Spaß machen, dass sie auch andere Dinge, wie z.B. das Spielen am Computer dafür gerne unterbrechen.

Lesen – warum?

Das Lesen fördert zahlreiche Kompetenzen.
Man lernt u.a.

  • sich Wissen anzueignen
  • zu recherchieren
  • Dinge zu hinterfragen
  • Fragen zu formulieren und Antworten zu finden
  • Spaß zu haben
  • sich selbst zu beschäftigen
  • seine Vorstellungskraft zu erweitern
  • kreativ zu werden
  • sich eine bessere Ausdrucksweise anzueignen
  • seinen Wortschatz zu erweitern
  • besser schreiben zu können
  • sich mit anderen austauschen zu können und vieles mehr.

Wie kann die Leseförderung funktionieren?

Lesen lernen fördern

Aller Anfang ist schwer. Das Lesen muss erst gelernt werden. Das kann mit vielen Möglichkeiten unterstützt werden.

  • Nur wenn ein Kind “einfach” lesen kann, wird es auch Freude daran entwickeln mehr zu lesen.
  • Als Eltern früh mit der Leseförderung beginnen: Bilderbücher vorlesen, Fragen zu dem Bilderbuch stellen

Lesefreude stärken

  • Altersgerechte Texte lesen – nichts ist demotivierender als den gelesenen Text nicht zu versteht
  • Lesen was interessiert: Die Kinder sollen Bücher lesen dürfen, die sie wirklich interessieren. Das kann auch mal ein Comic sein.
  • Lesen mit anderen Aktivitäten verbinden
  • Lesen in der Gemeinschaft
  • Das Gelesene Revue passieren lassen und gemeinsam über das Buch sprechen
  • Es sollte egal sein, ob das Buch in digitaler oder Papierform gelesen wird

Welche Möglichkeiten gibt es die Leseförderung umzusetzen?

Möglichkeiten zum Fördern des Lesen lernens

  • Selbst Vorlesen, nicht nur zuhause, sondern auch in der Klasse durch Lehrer
  • Lesen üben, immer wieder laut vorlesen lassen
  • Je nach Fähigkeiten
    • Wörter lesen
    • Sätze lesen
    • Text lesen
      • kurze Texte
      • Bilderbücher
      • Kinderbücher
      • Zeitschriftenartikel Kinderzeitschrift
  • Spielerisches Lesen fördern

Regelmäßiges Vorlesen

Als Eltern sollte man möglichst früh mit dem Vorlesen von Bilderbüchern und Büchern anfangen.

  • Auf “einfach vorlesen!” (extern) gibt es immer wieder neue Ideen für Geschichten zum Vorlesen direkt online.
Eine Auswahl schöner Bilderbücher zum Vorlesen

Es gibt eine Vielzahl von schönen Bilderbüchern. Hier habe ich dir drei besonders Schöne herausgesucht.

  • Die große Wörterfabrik (extern*) über ein sonderbares Land, in dem Wörter gekauft werden müssen, bevor man sie aussprechen kann.

  • Der Grüffelo (extern*), handelt von einer Maus, die mit einer List, allen ihren Feinden entkommt, dafür nutzt sie ein Fabelwesen, das sie selbst erfindet, ohne zu wissen, dass es dieses Fabelwesen tatsächlich gibt.

Wörter lesen mit Wort-Bild-Karten

Wort-Bild Karten vereinfachen das Lesen, da Wörtern die jeweils passenden Bilder zugeordnet werden. Hier auf wiki.wisseninklusiv findest du folgende umfangreiche Wort-Bild-Sammlungen zum direkten Download.

Blitzlesen von Wörtern

Beim Blitzlesen geht es darum Wörter schnell zu erfassen und vorzulesen.

  • Beispiel: Wortkarte wird hochgehalten, Kind liest schnell was er sieht. Wie viel schafft das Kind in einer bestimmten Zeit? z.B. 1 Minute, 3 Minuten usw.

Lesepass einsetzen

In einem einfachen Lesepass wird notiert, wieviel an einem Tag gelesen wurde (z.B. 10 Minuten, 15 Minuten usw.). Der Eintrag muss jeden Tag von einem Erwachsenen gegengezeichnet werden. Der Lesepass enthält dabei eine konkrete Vorgabe, wieviel am Tag gelesen werden soll (z.B. mindestens 10 Minuten). Natürlich kann das Kind auch mehr als die Vorgabe an einem Tag lesen. Der Lesepass erinnert ans Lesen, erhöht die Regelmäßigkeit und macht das Lesen zur Gewohnheit.

  • Lesetagebuch führen (wieviel habe ich heute gelesen)

Lesedosen verwenden

Die Lesedose ist eine Lerndose oder -schachtel, in der eine Kombination von Buchstaben, Bildern, Wörtern, Texten und ggf. Spielfiguren enthalten ist.

Bilderbücher selbst lesen

Lesen lernen kann mit Bilderbüchern unterstützt werden. Der Vorteil dabei ist, dass die Bilder das Gelesene unterstützen und das Lesen für die Kinder einfacher machen. Mit Bilderbüchern kann auch gut im DAF-Unterricht das Lesen geübt werden.

Zahlreiche Bilderbücher, je nach Interessen der Kinder, kommen dabei zum Einsatz. Zusätzlich können unterstützend Wort-Bild-Karten genutzt werden:

Lesekarteien zu unterschiedlichen Themen verwenden

Lesekarteien umfassen oft etwas weniger Text zu einem bestimmten Thema. So können sich die Kinder Wissen in “kleinen Häppchen” aneignen.
Spezielle Lesekarteien auf wiki.wisseninklusiv beinhalten Text und das jeweils passende Foto zum Text. Du findest die verschiedenen Lesekarteien unter:

Kamishibai – Erzähltheater

Das Kamishibai (extern*) ist eine Guckkastenbühne, in der ein Bild aus einem Bilderbuch als Szene dargestellt wird. Gleichzeitig liest eine Person den Text zur Szene aus dem Buch vor.

Für das oben aufgeführte Buch “Die große Wortfabrik” gibt es ein Bildkartenset fürs Kamishibai (extern*).

Bilderbuchkino

Bilder aus einem Bilderbuch werden ohne Text, in der Regel digital (z.B. als DVD), vorgeführt. Dabei werden die Bilder in der Reihenfolge der Handlung nacheinander gezeigt. Gleichzeitig liest eine Person den passenden Text dazu vor.

Einen ausführlichen Beitrag zum Thema Bilderbuchkino mit Links zu kostenlos downloadbaren Bilderbuchkinos findest du unter Bilderbuchkino – Sammlung mit vielen kostenlosen Quellen.

Beispiel für ein Bilderbuchkino zum Kaufen

Bücher lesen

Erstleser lieben spannende und lustige Bücher. Einige Buchtipps, die in diese Kategorie fallen, findest du unter:

Möglichkeiten zur Stärkung der Lesefreude

Wer gut lesen kann liest auch mehr. Nun gilt es die Lesefreude zu stärken und aufrecht zu erhalten. Flüssiges Lesen können hilft dabei. Das Salzburger Lesescreening besagt, dass Kinder der 2.Klasse 20 Sätze in drei Minuten lesen können sollten.

Lesespiele verwenden

Lesespiele sind spezielle, interaktive Spiele, die das Lesen fördern. Diese sind auch für mehrere Kinder gleichzeitig gut geeignet. Dabei werden Lesekarten verteilt. Jedes Kind/Schüler erhält eine Lesekarte. Die Lesekarten werden nacheinander vorgelesen. Dabei müssen die Kinder anhand der Hinweise auf den Karten selbst herausfinden, wann sie mit vorlesen an der Reihe sind.

Buchvorstellungen durchführen

Buchvorstellungen dienen dazu “Lieblingsbücher” auch anderen Kindern schmackhaft zu machen. Dafür werden Inhalte aus den Büchern in besonderer Art und Weise aufbereitet, je nachdem welche Darstellungsform genutzt wird.

Material zu unterschiedlichen Bilderbüchern/Büchern nutzen

Um das Verstehen für die Inhalte in dem Buch zu stärken können unterschiedliche Aufgaben gestellt werden.

Fragen zum Buch stellen

Leseverständnis stärken: Um das Verstehen des Gelesenen zu stärken, können unterschiedliche Fragen zum Buchinhalt gestellt werden.

  • Fragen zum Buch beantworten: Antolin (extern), wird von vielen Grundschulen genutzt, über Schulaccounts kostenlos für Schüler zugänglich, deckt die Klassen 1 bis 10 ab

Lesetagebuch führen

Ein Lesetagebuch, welches mehr als die Lesezeit umfasst, führen, z.B. mit folgenden Angaben:

  • welche Kapitel wurden an dem Tag gelesen
  • was war Inhalt des Kapitels? Wie setzt sich die Handlung fort?
  • was hat dir besonders gut gefallen?
  • Welchen Satz aus dem Buch willst du dir merken? usw.

Hörbücher einsetzen

Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Spaß haben und sich gegenseitig motivieren.

  • Lese-Tandems (extern), Lautlese-Tandems, bereits ab der 2.Klasse geeignet, gemeinsames, lautes Lesen
  • Lesen vorleben (selbst auch lesen)
  • Lesetheater “spielen” (in Rollen lesen)
  • Lesegruppe/Lesezirkel bilden
  • Lesenacht in der Schule durchführen
  • Einen schönen Platz zum Lesen finden, zusammen hingehen und lesen
  • Bücher untereinander austauschen
  • Sich gegenseitig über gelesene Bücher informieren und darüber sprechen

Eigene “Bibliothek” aufbauen

Du erstellst dir deine eigene Bibliothek. Du musst dafür nicht unbedingt alle Bücher selbst besitzen. Vielmehr kannst du dir die Bibliothek auch mit ausgeliehenen Büchern erstellen. Dafür behälst du die Bücher nicht als solches, sondern in Form von Texten usw. die du geschrieben hast. Du kannst dich auch mit anderen Kindern/Schüler über deine Bibliothek austauschen.

Bibliothek aus Karteikarten

  • Die “Bibliothek” besteht z.B. Karteikarten, mit Büchern, die man schon gelesen hat
  • Kartei anlegen: Welche Bücher habe ich schon gelesen? Buchcover ausdrucken, Karteikarte mit Buchcover und Buchtitel erstellen, mit Bewertung, wie mir das Buch gefallen hat. In einer Karteibox aufbewahren.
  • Abstract vom Buch schreiben (z.B. auf Karteikarten, 1 Karte pro Buch). Eine Karteikartengröße in DINA6-Format (extern*) bietet dir genügend Platz dafür.
  • Die Karteikarten kannst du anschließend als “Bibliothek” in einer eigenen Karteikartenbox DINA6 (extern*) aufbewahren. Je Genre kannst du auch unterschiedliche “Bibliotheken” aufbauen.

Bibliothek aus selbst erstellten Heftchen

Du hast viele Möglichkeiten ein eigenes Heftchen je gelesenes Buch zu erstellen.

  • Einfaches Faltbuch aus einem Bogen Papier, bei diesem Heftchen hast du acht Seiten zum Beschriften zur Verfügung. Hier kannst du alles, was dich interessiert hat, reinschreiben, z.B. hast du auch Platz für Formulierungen von Sätzen, die du dir merken willst.
  • Drehbücherei vom Bildungsserver Berlin-Brandenburg (extern). Bei der Drehbücherei handelt es sich um Papierscheiben, die jeweils einen Ausschnitt aus einem von dir geschriebenen Text zum Buch zeigen.
  • Guckloch vom Bildungsserver Berlin-Brandenburg (extern). Die Besonderheit bei diesem Heftchen ist, dass das Heft ein “Guckloch” hat mit einem von dir selbstgemalten Bild zum Buch.
  • Schaufenster vom Bildungsserver Berlin-Brandenburg (extern). Die Besonderheit bei diesem Heftchen ist, dass du es aufstellen kannst und eine Art Schaufenster für dein Buch hast. Du kannst die einzelnen Heftchen aber auch ein einer Box aufbewahren und bei Bedarf aufstellen.

Mach dir auch eine Liste von Büchern, die du noch lesen willst. Das erleichtert dir die Auswahl des Buches im Buchladen oder in der Bibliothek.

Besuche durchführen

  • Lesungen (z.B. direkt vom Autor oder von Büchereien) besuchen
  • Bibliotheksbesuch einer großen Bibliothek mit vielen Kinder- und Jugendbüchern
  • Bücher im Laden durchstöbern und kaufen (statt online)
  • Verlage besuchen (wie wird ein Buch hergestellt)

Kreativ werden

  • Bilder zu gelesenen Büchern malen
  • Ein Buch anders weiter oder zu Ende schreiben
  • Eigene Podcasts zum Buch erstellen
  • Eigene Erzählvideos zum gelesenen Buch drehen
  • Buchvorstellungen erstellen (siehe oben)

Weitere Ideen

  • Bücherquiz: Welches Buch bin ich?
  • Geheimniskrämerei oder Blind Date mit einem Buch (Gruppenaktivität): Jeder packt ein Buch in eine Papiertüte und schreibt auf die Papiertüte einen markanten Spruch oder ähnliches aus dem Buch. Die Bücher werden aufgestellt. Jeder sucht sich ein Buch aus.
  • Bücher aus der Bibliothek ausleihen
  • Bücher in der Bibliothek miteinander vergleichen
  • Buch und Kinofilm miteinander vergleichen: Gezielt erst das Buch lesen z.B. die unendliche Geschichte und gleich danach den Film ansehen. Ihr werdet erstaunt sein, was den Kindern dabei alles auffällt
  • Buch verschenken und geschenkt bekommen
  • Eigene Geschichten schreiben üben
  • Die Geschichte hinter dem Buch lernen (wie ist das erste Buch entstanden), z.B. Geschichten über die Bibliothek von Alexandria einfließen lassen
  • Mit dem Autor des Buches beschäftigen, wie war/ist sein Werdegang?
  • Zeitleiste zum Buch erstellen: Was passiert in dem Buch in welcher zeitlichen Reihenfolge

Weiterführendes

Weiteres Lernmaterial findest du unter


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Textquelle: Wissen inklusiv
Bildquelle: Bild von congerdesign auf Pixabay

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